Görli Bahndamm retten!

Demonstration am 30.05. war groß und ein starkes Zeichen. Inzwischen haben Senat, Bahn und Bezirke reagiert. Die Brücken sollen offen bleiben! Details sind aber weiter unklar. Nach wie vor droht eine temporäre Schließung (siehe Pressemitteilung des Bezirks Treptow-Köpenick vom 11.06.)

Wir machen weiter!

16.06. Belastungstest Ernst-Heilmann-Steg

28.06. Brücken beglücken

(Details unter Termine)

Langfristig das Denkmal schützen!

Der historische Görlitzer Bahndamm von Kreuzberg über den Landwehrkanal nach Alt-Treptow mit vier Brücken droht zum 30.06.2026 gesperrt zu werden.

mehr zur Forderung #Brücken

Gemeineigentum schaffen!

Der Görlitzer Bahndamm ist derzeit Eigentum der Bahn. Die Bahn will nicht mehr vermieten. Der Senat kann das historische Gelände umsonst übernehmen und in unseren Besitz bringen.

mehr zur Forderung #Zusammen

Zentralen Verbindungsweg erhalten!

Der Görlitzer Bahndamm ist ein vielfältig genutzter Verbindungsweg zwischen Alt-Treptow und Kreuzberg.

mehr zur Forderung #Offenhalten

Görli Bahndamm

# Brücken

Copyright Tim Boric flickr/tim_boric

Blick vom Westen in Richtung Alt-Treptow 1989. Im Vordergrund die Mauer, dahinter spannt sich die Beschaubrücke über die Gleise. Von dort konnten die durchfahrenden Güterzüge von einem Grenzsoldaten auf Passagiere kontrolliert werden.

Der Görlitzer Bahndamm ist ein Stück Stadt- und Eisenbahngeschichte. Seit 1866 rollten auf der Strecke Züge Richtung Görlitz. Der Damm veranschaulicht die prägende Phase der Berliner Stadtentwicklung in der Gründerzeit.

In der Zeit des Nationalsozialismus war die Bahn und der Görlitzer Bahnhof Arbeitsort für Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen.

Nach dem Krieg fuhren 265 nach Shanghai geflüchtete Jüdinnen und Juden bei ihrer Rückreise auch über den Damm. Von ihnen ging ein wichtiger Impuls für den Wiederaufbau einer Jüdischen Gemeinde in Berlin aus.

Die Strecke von Kreuzberg Richtung Görlitz wurde 1952 an der Berliner Sektorengrenze unterbrochen. Die Teilung Berlins verlief entlang des Landwehrkanals und unterbrach auch die Brücke des Bahndamms. Die noch heute sichtbare Beschaubrücke wurde errichtet. Grenzsoldaten der DDR konnten von dort aus die in den Westsektor durchfahrenden Güterzüge auf Personen kontrollieren.

Seit der Wiedervereinigung ist die Brücke und der Görlitzer Bahndamm insgesamt ein Symbol für das Zusammenwachsen der Bezirke Kreuzberg und Treptow-Köpenick.

# Zusammen

Der Görli Bahndamm kann bald uns allen gehören

Aktuell ist der Bahndamm samt Brücken Eigentum der Deutschen Bahn AG (DB). Deshalb kann diese aktuell allein über die weitere Nutzung des Geländes entscheiden. Klar ist: die DB hat kein Interesse an der notwendigen Sanierung der Brücken. Deshalb hat sie das gesamte Gelände dem Senat als Schenkung angeboten. Der Senat muss nun dieses Angebot annehmen und öffentliche Räume sichern.

Die Schenkung bietet eine einmalige Gelegenheit, öffentlichen Raum zu erweitern und Gemeineigentum für alle in Berlin zu schafffen.

# Offenhalten

Nutzung des Görli Bahndamms

DatumStartEndeDauer (Min)PersonenBrückePersonen/Stunde
2026-05-2712:4513:0015118Görli Brücke472
2026-05-2807:4008:0020173Görli Brücke519
2026-05-2816:0016:2020197Görli Brücke591
2026-05-2907:4008:0020208Ernst-Heilmann Steg (blaue Brücke)624
2026-05-2917:3018:3060517Görli Brücke517
2026-06-1114:3015:3060362Göri Brücke362

Der Bahndamm ist heute ein zentrales, autofreies und viel genutztes Verbindungsstück zwischen Kreuzberg und Treptow. Er ist damit Arbeits-, Schul- und Kitaweg und wird zu Naherholung von Jogger:innen, zum Gassigehen und zum Spazierengehen genutzt.

Auf Treptower Seite wurde der Bahndamm seit 1994 vom Bezirk Treptow Köpenick von der Bahn für die öffentliche Nutzung gemietet. Die Brücken waren von dem Mietvertrag ausgeschlossen und waren weiterhin in der vollständigen Verantwortung der Deutschen Bahn.

Auf Treptower Seite ist der Spielplatz am Bahndamm in 2025 komplett saniert und erweitert: nicht nur Kinder erfreuen sich an vielfältigen Spielstationen, auch für Sportler:innen gibt es ein Calisthenics-Angebot („Klettergerüst für Erwachsene“).

Tragfähigkeit der Brücken?

„Dem Senat liegen keine Unterlagen
zum baulichen Zustand der Brücken
und bezüglich der Verkehrssicherheit vor“

Antwort zu Fragen 7 und 8, Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Alex Freier-Winterwerb, Drucksache 19/25 973

Muss die Tragfähigkeit der Brücke wirklich infrage gestellt werden?

Solange kein Gutachten vorliegt, schauen wir uns mal eine der Brücken und die Aufgaben ihrer Einzelteile gemeinsam an.

Bilderstrecke (in Arbeit)
Unterkonstruktion: Qu → links und rechts angenietet an die Seitenwände sind die Querträger, die eine beträchtliche Höhe haben.
L → Die 3 Längsträger sind von oben in die Querträger eingelassen und festgenietet. Auf dem ganzen ist die Wanne gelagert. Zwischen Wannenrand und Brückenwand ist ein schmaler Spalt, durch den das Licht scheint (Pfeil links im Bild). Sie wird aber in regelmäßigen Abständen an den Seitenwänden gestützt

Das Regenabfluss-System

Regen-Auffänger und -Ablaufkanäle. Statisch irrelevant und zurzeit wegen der Verstopfung auch außer Funktion

Da die Regen-Abzugslöcher bei den Görli-Brücken verdeckt sind, gucken wir uns die mal bei den Yorckbrücken an

Ansicht der Wasserabzugslöcher einer der Yorckbrücken von unten – diese sind bei den Görli-Brücken durch den Belag verstopft.
Die Wanne ist (rand)voll! Brückenwand und Wannenrand von oben – Spalt und Halterung sind sichtbar.

Folgende Varianten für einen Belag könnten beispielsweise anstelle des Sand-Kies-Gemisches eingesetzt werden und die Funktion der Abflusslöcher bliebe erhalten:

Zum Glück handelt es sich hierbei nicht um Betonbrücken, die immer wieder durch heimtückische Risse von sich reden machen, und zum Glück ist die Brücke für -zig Tonnen schwere Güterzüge ausgelegt, die hier drüberrattern konnten.
Wir sind da nur die Spatzen, die auch nur selten ein Dach zum Einsturz bringen.

Unsere Pressemitteilungen

Pressemitteilung
vom 12.06.

Demo Belastungstest Ernst-Heilmann-Steg – keine Alternative für die Brücke zum Görlitzer Park


Berlin, 12.06.2026. Die Nachbarschaftsinitiative ZusammenBrücken demonstriert am 16.6. die absehbare Überlastung des Ernst-Heilmann-Stegs und fordert die Sanierung der Brücken im laufenden Betrieb.

Nach der Bekanntgabe erster Ergebnisse der Gespräche zwischen Senat, Bezirk und der Deutschen Bahn sind weiterhin viele Fragen ungeklärt. Insbesondere ist die Nutzung der Brücken während der Sanierungsphase offen, ebenso wie die Dauer der möglicher Sperrungen. Gerade aber die zentrale Brückenverbindung zwischen Kreuzberg und Treptow, die nach eigenen Zählungen von rund 500 Personen pro Stunde genutzt wird, würde damit massiv in den Lebensalltag der Menschen eingreifen.

Denn würde der gesamte Fuß- und Radverkehr auf den Ernst-Heilmann-Steg verlagert, käme es schnell zu Staus und gefährlichen Situationen. Enge Begegnungen zwischen Fußgänger:innen und mitgeführten Fahrrädern, Lastenrädern und Kinderwägen erhöhen die Unfallgefahr – insbesondere für Kinder, ältere Menschen und Personen mit Mobilitätseinschränkungen. Zugleich verschärfen sich Nutzungskonflikte, was die Brücke zunehmend als unsicheren Ort erscheinen lässt und nachhaltige Mobilität unattraktiver macht.

Vor diesem Hintergrund ruft die Nachbarschaftsinitiative ZusammenBrücken für Dienstag, den 16. Juni 2026, zu einer Demonstration auf. Beginn ist um 17:30 Uhr am Ernst-Heilmann-Steg. Die Aktion ist bewusst als öffentlicher „Belastungstest“ angelegt: Durch die gemeinsame Nutzung der Brücke machen Anwohnende und Unterstützer:innen sichtbar, welche zusätzlichen Belastungen auf den Ernst-Heilmann-Steg zukämen, sollte der Görlitzer Bahndamm gesperrt werden. Stau ist dabei vorprogrammiert!

„Den Görlitzer Bahndamm während der Sanierung der Brücken zu sperren und den gesamten Verkehr auf eine andere, bereits stark ausgelastete Brücke zu lenken, kann keine Lösung sein.“, erklärt Sonja Wilke der Initiative ZusammenBrücken. „Der Görli-Bahndamm ist eine unverzichtbare Alltagsverbindung. Deshalb muss die Sanierung der Brücken bei laufendem Betrieb stattfinden – so, wie das auch bei der Sanierung der Elsenbrücke ohne Unterbrechung ermöglicht wurde.“

Bereits die große Demonstration am 30. Mai 2026 hat deutlich gemacht, wie groß die Sorge im Kiez vor einer Sperrung des Görlitzer Bahndamms ist. Die Initiative kritisiert insbesondere die fehlende Transparenz. So ist bisher keine Einsicht in die bestehenden Berichte der Bauwerksprüfung seitens der Deutschen Bahn gewährt worden – wie weit die Behauptung des maroden Zustands der Brücken allein als vorgeschobenes Druckmittel dient oder wirklich den Tatsachen entspricht, bleibt somit undurchsichtig.

Presseberichte

Zur Verabredung zwischen Bahn und Bezirken

Zum Sachstand Anfrage an die Bahn

Berichte zur Demonstration am 30.05.

Beiträge bei Bekanntgabe der drohenden Schliessung

Nächste Termine

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Juni
16
Di.
Belastungstest Ernst-Heilmann-Steg Ort: Enst-Heilmann-Steg
16/06 um 17:30 — 18:59 Uhr

Der Ernst-Heilmann-Steg (blaue Brücke) kann kein Ersatz sein! Kommt alle für einen gemeinsamen Brückenspaziergang. Treffpunkt 16.06. 17:30 Uhr Ernst-Heilnann-Steg (Parallel gibt es eine Bootsdemo auf dem Kanal)