
Blick vom Westen in Richtung Alt-Treptow 1986. Im Vordergrund der Zaun, dahinter spannt sich die Beschaubrücke über die Gleise. Von dort konnten die durchfahrende Güterzüge von einem Grenzsoldaten auf Passagiere kontrolliert werden. (Bildquelle: wikipedia)
Der Görli Bahndamm ist ein Stück Stadt- und Eisenbahngeschichte. Seit 1866 rollten auf der Strecke Züge Richtung Görlitz. Der Damm veranschaulicht die prägende Phase der Berliner Stadtentwicklung in der Gründerzeit.
In der Zeit des Nationalsozialismus war die Bahn und der Görlitzer Bahnhof Arbeitsort für Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen.
Nach dem Krieg fuhren 265 nach Shanghai geflüchtete Jüdinnen und Juden bei ihrer Rückreise auch über den Damm. Von ihnen ging ein wichtiger Impuls für den Wiederaufbau einer Jüdischen Gemeinde in Berlin aus.
Die Strecke von dort Richtung Görlitz wurde 1952 an der Berliner Sektorengrenze unterbrochen. Die Teilung Berlins verlief entlang des Landwehrkanals und trennte auch die Brücke des Bahndamms. Die noch heute sichtbare Beschaubrücke wurde errichtet. Grenzsoldaten der DDR konnten von dort aus die in den Westsektor durchfahrenden Güterzüge auf Personen kontrollieren.
Seit der Wiedervereinigung ist die Brücke und der Görli Bahndamm insgesant ein Symbol für das Zusammenwachsen der Bezirke Kreuzberg und Treptow-Köpenick.
